Beim Network Marketing verkauft man die Produkte direkt an den Endkunden. Große Firmen lassen ihre Produkte von Privatpersonen über Empfehlungen verkaufen und sparen dabei den Export, Groß- und Einzelhändler und Lagerkosten. Das Produkt gelangt vom Hersteller über den Vertriebspartner direkt zum Endkunden.

Network Marketing ist auch bekannt unter den Begriffen MLM (Multi-Level-Marketing), Direktvertrieb, Strukturvertrieb und Empfehlungsmarketing

Verwandt ist das Network Marketing mit dem Affiliate Marketing. Online-Unternehmer verdienen eine Provision, indem sie die Produkte anderer Anbieter vermarkten. Wenn du zum Beispiel auf deinem Blog deinen Kunden Produkte empfiehlst, die sie über Amazon kaufen können, dann verdienst du an jedem Verkauf eine kleine Provision.

Network Marketing baut auf dem System einer Umsatzbeteiligung an den Verkäufen eines Unternehmens auf. Die Partner können ein nettes Nebeneinkommen verdienen oder sich als selbstständige Partner eine hauptberufliche, attraktive Selbstständigkeit aufbauen.

Zu unterscheiden ist das Network Marketing von illegalen Schneeballsystemen, auf die wir in diesem Artikel ebenfalls eingehen.

Klassischer Vertrieb im Vergleich zu Network Marketing

Nehmen wir das klassische Verkaufsmodell: Der Staubsauger wird produziert. Die Produktionsstätte hat Großhändler, die die Ware in großen Mengen abnehmen. Die Ware muss zunächst zum Großhändler gelangen über Export- und Importfirmen. Die Großhändler verkaufen nicht direkt an den Einzelhändler, sondern haben dafür ihre Vertriebspartner und Zwischenhändler. Von dort aus kommt die Ware in den Einzelhandel. Der Einzelhändler muss Werbemittel aufbringen, um Endkunden zu gewinnen.

Der klassische Vertriebsweg ist eine sehr lange Struktur, an der jeder Akteur Geld mit verdient.

Stell dir den Verkaufsweg eines Staubsaugers vor. Etwa 20 Großhändler kaufen ihre Staubsauger bei unterschiedlichen Herstellern ein und statten damit ihre Lager aus. Dann kommen Einzelhändler, die verschiedene Haushaltsgeräte verkaufen. Sie kaufen bei verschiedenen Großhändlern ihre unterschiedlichen Geräte ein. Nicht nur Staubsauger, denn sie möchten ihren Kunden ganzheitliche Lösungen für ihren Haushalt anbieten. Bei einem Einzelhändler bekommt der Kunde alles für den Haushalt, auch Staubsauger von unterschiedlichen Firmen.

Der Endkunde hat bei einem Einzelhändler die Qual der Wahl, kann sich beraten lassen und das passende Produkt auswählen.

Jeder einzelne Akteur verdient in dieser Verkaufskette seine Provision. Der Großhändler hat durch die große Abnahmemenge einen Rabatt, verdient dadurch an den Verkäufen an die Einzelhändler eine große Marge. Der Einzelhändler kauft ein und verkauft noch teurer, um ebenfalls Geld zu verdienen. Der Endkäufer bezahlt am Ende den mehrfachen Preis. Aber er kann das Produkt nicht direkt beim Hersteller kaufen, er muss den teuren Preis zahlen und bezahlt damit alle Akteure in dieser Handelskette.

Klassischer Vertriebsweg in Zahlen

Der Hersteller verkauft seine Staubsauger zu je 100 €. Der Großhändler verkauft die Staubsauger zu 300 € pro Stück an den Einzelhändler. Schließlich muss er davon auch seine anderen Akteure, wie den Import- oder Export bezahlen. Der Einzelhändler verkauft den Staubsauger zu 600 €. Denn auch er hat weitere Kosten. Der Endkunde zahlt somit 600 € für den Staubsauger.

Network Marketing Konzept

In diesem Video erklärt der bekannte Verkaufstrainer und Bestseller Autor Dirk Kreuter, das System hinter Network Marketing mit seinen Worten:

Beim Network Marketing wird die gesamte Vertriebskette zwischen Hersteller bis zum Endkunden ausgeschaltet, also Export/Import, Großhändler und Einzelhändler. Der Hersteller arbeitet mit seinen direkten Vertriebspartnern zusammen, die das Produkt an den Endkäufer verkaufen.

Das Produkt kostet dann am Anfang etwas mehr, aber der Hersteller behält nur einen Teil der Einnahmen und zahlt einen hohen Prozentsatz an die Vertriebspartner als Provision aus. Je nach Unternehmen sind das unterschiedliche Umsatzbeteiligungen.

Nehmen wir an, dass der Hersteller einen Prozentsatz von 60% an seine Vertriebspartner auszahlt. Er behält nur 40% aus den Verkäufen. Nehmen wir an, das Produkt kostet 200 €. Der Hersteller verdient 80 € pro Produkt. 120 € zahlt er an die Vertriebspartner aus. Damit die Vertriebspartner motiviert bleiben, teilt er die 120 € an die gesamte Vertriebskette nach unten auf. Der direkte Vertriebspartner bekommt zum Beispiel 10 %, sein Vertriebspartner 25 %, dessen Vertriebspartner 10 % und so weiter.

Network Marketing Vorteile

Der Hersteller schüttet Umsatzprovisionen aus, die er im klassischen Vertriebsweg an die Handelspartner bezahlen würde. Das Produkt ist am Ende wesentlich günstiger für den Endkunden.

Durch die Aufteilung der Prozente bleibt es für die Vertriebspartner attraktiv. Er bleibt motiviert sowohl das Produkt zu verkaufen als sich auch einen Kundenstamm aufzubauen. Zusätzlich möchte er sich ein Team von Vertriebspartnern aufbauen, die das Produkt verkaufen und damit Geld verdienen.

Dadurch baut sich der Hersteller eine ganze Reihe von direkten Vertriebspartnern auf. Die Vertriebspartner können durch den Aufbau eines Teams langfristig aus dem Zeit-gegen-Geld Modell aussteigen. Stattdessen kümmern sie sich um die Ausbildung und die Unterstützung ihrer Vertriebspartner.

Der Endkunde profitiert von diesem Modell, weil die Produkte sehr hochwertig sind. Das müssen sie sein, da das Verkaufssystem auf Empfehlungen basiert. Und wer empfiehlt bitte schlechte Produkte? Erfüllt ein Produkt diese Kriterien nicht, empfiehlt es keiner weiter.

Wie viel Geld kannst du mit Network Marketing verdienen

Die Höhe der monatlichen Umsätze hängt von verschiedenen Faktoren ab. Jedes Network Marketing Unternehmen schüttet unterschiedliche Prozentsätze an die Vertriebspartner aus. Die Vertriebspartner sind selbstständig und somit auch selbst dafür verantwortlich, sich ihren Vertriebsweg aufzubauen.

Gute Unternehmen unterstützen ihre Vertriebspartner mit Events, Weiterbildungen oder Akademien und stellen Werbemittel und Tools zur Verfügung. Network Marketing Profis und Experten legen ihren Fokus auf den Ausbau ihres Partnernetzwerks. Dadurch multiplizieren sie ihre Einnahmen. Bekannte Persönlichkeiten aus dem Network Marketing verdienen mehrere Tausend bis mehrere Hunderttausend Euro monatlich.

Ein Network Marketing Einsteiger kann sich ein attraktives Nebeneinkommen von mehreren Hundert Euro oder eine profitable hauptberufliche Selbstständigkeit aufbauen. Das hängt wie bei jeder Branche von ihm selbst ab.

Zusammengefasst sind die Verdienstmöglichkeiten im Network Marketing von diesen Faktoren abhängig:

  • Branche
  • Nachfrage des Produkts
  • Qualität des Produkts
  • Vergütungssystem des Unternehmens
  • Deine Position in der Hierarchie
  • Dein Einsatz und Verkaufstalent
  • Die Tools, die du nutzt, um Kunden und Partner zu gewinnen
  • Mindestabnahmemenge
  • Ggf. Lizenzgebühren und Kosten für vorgeschriebene Weiterbildungen

Mindestabnahmemenge im Network Marketing

Viele Unternehmen bestimmen eine Mindestabnahmemenge für die Vertriebspartner. Erst dann haben die Partner auch das Recht an der Umsatzbeteiligung. Das ist ein gängiges Konzept. Solange die Mindestabnahmemenge im Rahmen bleibt, ist die Firma eher seriös. Du kannst überzeugender verkaufen, wenn du das Produkt selbst nutzt und davon überzeugt bist. Ganz einfach.

Lohnt sich der Einstieg ins Network Marketing?

Ist der Markt noch nicht übersättigt mit dem Produkt, ist der Einstieg besonders attraktiv. Bedenke, dass sich der Network Marketing Markt weiterentwickelt. War der Direktvertrieb in den 80er Jahren sehr weit verbreitet (ein bekanntes Produkt AVON), erlebte er in den 2000er eine relativ lange Pause. Network Marketing hatte durch illegale Schneeballsysteme und sicherlich auch die Strukturvertriebe der Versicherungsbranche einen negativen Ruf erhalten.

Heute ist das Network Marketing wieder stark im Kommen und auch nicht mehr vom Offline-Direktvertrieb abhängig. Denn heute haben Netwoker die Möglichkeit, ihren Vertrieb im Network Marketing online zu betreiben. Damit eignet sich diese Form der Selbstständigkeit auch für introvertierte und Menschen, die nicht ihren Freundeskreis abklappern möchten.

<!— Wir haben für dich eine Liste von Produkten, Unternehmen und Branchen zusammengestellt, die in Deutschland aktiv sind: Network Marketing Produkte Network Marketing Branchen Network Marketing Unternehmen –>

Was ist der Unterschied zum Schneeballsystem?

Schneeballsysteme sind in Deutschland illegal. Bei dieser Art des Geschäftsmodells wird den Partnern für ihre recht hohe Investitionssumme, eine hohe Rendite versprochen. Meistens wird in diesem Modell kein Produkt vertrieben, sondern lediglich ein Versprechen. Die Partner investieren Geld in der Hoffnung, eine hohe Rendite zu erhalten. Das ist vergleichbar mit der Investition in Aktien.

Wirbt ein Partner weitere Partner, erhält er die hohen Investitionsgelder der neuen Partner. Die Partner unter ihm werben wiederum selbst Partner an, die auch wieder investieren. Aber es wird kein Produkt als Gegenleistung erhalten. Ein Schneeballsystem beruht hauptsächlich auf der Investition. Der, der ganz oben steht, profitiert und alle unter ihm investieren.

Die kleine Schneekugel rollt also so lange den Berg herunter, bis sie sich zu einem riesengroßen Schneeball entwickelt. Solche Systeme halten sich nicht lange, da der Betrugsfall schnell auffliegt. Bis dahin haben aber sehr viele Menschen viel Geld in Luft investiert. Das Geld ist weg.

Im Network Marketing System hingegen investiert der Vertriebspartner meistens eine eher kleine Summe und erhält als Gegenleistung ein Produkt. Die Investition hat sich also sofort sichtbar bezahlt gemacht.

Aber auch im Network Marketing gibt es schwarze Schafe.

Woran du eine seriöse Network Marketing Firma erkennst

Es existieren zahlreiche Network Marketing Firmen und Produkte aus verschiedenen Branchen. Zunächst solltest du dich selbst mit dem Unternehmen und dem Produkt identifizieren können. Untersuche daher genau, ob das Produkt, das du vertreiben möchtest, zu dir passt. Kannst du dir vorstellen, dieses Produkt selbst zu nutzen oder überzeugend zu verkaufen?

Übrigens ist eine Mindestabnahmemenge nichts Ungewöhnliches. Der Hintergrund ist, dass du ein Produkt besser verkaufen kannst, wenn du es auch selbst nutzt. In der Praxis wird es dir leichter fallen, ein Produkt zu empfehlen, mit dem du eigene Erfahrungen machst. Außerdem bekommst du eine Partner-Identifikationsnummer nur, wenn du selbst Einkäufer bist.

Bei manchen Unternehmen bist du nicht zur Abnahme verpflichtet, kannst im Gegenzug aber auch nicht als Partner aktiv sein. Damit schützt sich die Firma gegen Umsatzausschüttungen an Partner, die nichts dafür tun. Aus unternehmerischer Sicht spricht das für das Network Marketing System, weil dadurch auch die Vertriebspartner geschützt werden, die viel für ihren Erfolg tun.

Achte bei der Wahl deines Partner-Unternehmens darauf, dass die Abnahme nicht zu überteuert und die Preise für das Produkt angemessen sind. Wenn dann auch die Qualität und der Ruf des Produkts für sich sprechen, hast du einen guten Partner gefunden.

Für ein seriöses Unternehmen spricht auch, wenn das Vergütungssystem klar und verständlich ist. Gute Network Marketing Firmen setzen ihre Partner nicht unter Druck, aktiv neue Partner zu werben oder Produkte zu verkaufen. Stattdessen bieten sie viel Unterstützung und praktische Hilfen und Werkzeuge.

Meinungen und Erfahrungen zum Network Marketing

Über Network Marketing existieren viele unterschiedliche Meinungen. Im Internet findest du zahlreiche Gründe für und gegen Network Marketing, ähnlich wie für und gegen das Leben als Vegetarier. Achte bei den Meinungen und Erfahrungsberichten darauf, wer sie in Auftrag gegeben hat und wie fundiert die Berichte sind.

Network Marketing Einstieg

Kannst du dir vorstellen, dein Geld mit Network Marketing zu verdienen?

Der Einstieg erfolgt meistens über Empfehlungsgeber, also andere Vertriebspartner. Aber auch die Websites informieren darüber, wie du am Partnerprogramm teilnehmen kannst. Und die meisten Network Marketing Firmen organisieren informative Events und Veranstaltungen. Auf solchen Events kannst du dich über die Produkte informieren. Bist du überzeugt, dann erfährst du dort, wie du als Partner am Umsatz beteiligt werden kannst.